Test - MotoGP 09/10 : Zweirad-Akrobaten
- PS3
Viel Simulation, viel' Knöpfe!
Auf der Rennstrecke seid ihr dann erst einmal gefordert. Selbst mit einfachsten Einstellungen ist MotoGP 09/10 eine echte Herausforderung. Bei zu spätem Bremsen oder unsensiblen Lenkbewegungen werdet ihr sofort mit einem Abflug ins Kiesbett bestraft. Aber damit nicht genug. Hinter- und Vorderradbremse müsst ihr mit zwei Knöpfen kontrollieren. Zusätzlich lehnt ihr euch mit dem Stick nach vorne, um beim Gasgeben volle Traktion zu bekommen. Umgekehrt lehnt ihr euch bei Bremsmanövern nach hinten. Für einen aerodynamischen Geschwindigkeitsschub drückt ihr ebenfalls eine Taste. Ach ja: Wer unter euch manuell schaltet, darf dann zwei weitere Tasten im Auge behalten. Insgesamt fühlt ihr euch somit manchmal mehr wie ein Controller-Akrobat, denn wie ein Motorradrennfahrer. Immerhin könnt ihr jederzeit Zurückspulen und eine verpatzte Passage neu versuchen.
Auf der Jagd nach der Linie
Damit ihr als Einsteiger nicht völlig chancenlos seid, gibt es die dynamische Ideallinie. Diese zeigt euch den jeweils optimalen Weg durch Strecke und Kurven. Solange die Linie grün bleibt, gebt ihr Vollgas. Kurz vor einer Kurve färbt sie sich dann langsam rot. Je nachdem, welche Geschwindigkeit ihr drauf habt, passt sich die Färbung automatisch an. Diese Orientierung ist auch später noch Gold wert. Für fehlerlose Abschnitte und das Fahren auf der Ideallinie bekommt ihr Punkte, die nach dem Rennen aufgerechnet werden und das besagte Erfahrungslevel nach oben treiben. Abflüge ins Kiesbett, Überholmanöver der Gegner oder Rempler mildern dagegen euren Erfahrungsgewinn. Das Konzept funktioniert erstaunlich gut und motiviert.
Spannende Rennen
Die eigentlichen Rennen gestalten sich spannend. Egal auf welcher Position ihr gerade fahrt, hängen euch praktisch immer Gegner im Nacken. Nie habt ihr das Gefühl, dass die Kontrahenten stur einer vorgegebenen Streckenführung folgen. Die Spannungsdynamik wird zusätzlich durch plötzlich auftauchende Aufgaben angeheizt. Überholt ihr dann einen bestimmten Fahrer oder schafft ihr eine Kurvenkombination auf der Ideallinie, gibt es Extrapunkte. Manchmal sind diese Blitzmissionen aber auch frustrierend, weil ihr wegen der engen Zeitvorgabe keine Chance habt, die Aufgabe zu meistern. Immerhin fahren die KI-Biker jederzeit fair. Gegen menschliche Rennpiloten könnt ihr wahlweise im Splitscreen oder online mit 19 anderen an den Start gehen. Den Onlinemodus konnten wir in Ermangelung an Gegnern noch nicht testen.
Viel zu sehen
Im Gegensatz zur etwas nüchternen Präsentation in den Menüs kann die Streckengrafik überzeugen. Die Originalkurse sowie Fahrer sind dank kräftiger Farben und schöner Details lebensnah in Szene gesetzt. Durch einen leichten Verwischeffekt wurde das Geschwindigkeitsgefühl zusätzlich verbessert. Auch die Wettereffekte sind gelungen. Wenn ihr bei strömendem Regen und wummernden Techno-Rock-Beats auf Ideallinie durch die Kurven rast, kommt echtes Rennfeeling auf! Allerdings wirkt sich das Wetter kaum auf das Fahrverhalten eurer Maschinen aus. Das ist aber in Anbetracht der sowieso schon anspruchsvollen Steuerung zu verschmerzen. Was dagegen gar nicht geht, ist der unmotivierte Sprecher, der euch durchs Spiel folgt. Selten hat uns so eine monotone und nervige Stimme durch ein Rennspiel begleitet.
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